Kulturinitiative Altdorf LOGO
Das alte Schulhaus in Altdorf
© 2004-2019, Kulturinitiative Altdorf e.V.
Pressestimmen: Posaunenquartett OPUS4 spielt "von Bach bis Gershwin" am 03.11.2007
Kreiszeitung ()  —  "Brillantes Konzert und Musiklehrstunde
Wer bisher Posaunenklänge nur in der Form bemühter kirchlicher Turm- und anderer Blasereien vernommen hatte, wurde durch das hervorragende Konzert des Posaunenquartetts Opus 4 in der Altdorfer Kirche überrascht.

Die Kulturinitiative Altdorf hatte einmal mehr einen guten Fang gemacht. Das Quartett, bestehend aus dem Posaunisten des Gewandhausorchesters und Hochschullehrers Jörg Richter sowie seinen Schülern Stephan Meiner, Stefan Schmincker und Michael Poiger bewies, dass vier Posaunisten sich zu einem wunderbaren, beeindruckenden und abwechslungsreichen Spiel zusammentun können, wenn sie denn das Instrument beherrschen. Dass nebenbei aus dem Konzert dann noch eine kleine Lehrstunde in Sachen Musik und Posaune herauskam, konnte das Vergnügen der Zuschauer nur erhöhen.
Die nachgebauten Renaissance-Posaunen erwiesen sich als besonders wohlklingend, mit einem deutlich wärmeren Ton ausgestattet als die heute gebräuchlichen, technisch leistungsstärkeren Exemplare. Auf nette, unaufgesetzt lockere Weise führte Jörg Fischer durch das Programm, das eingeleitet wurde von einer Turmmusik von Johann Spörl und einer Paduana von Johann Schein. Das war die Posaunenmusik, wie man sie sonst vom Turm herunter eben nie hört.
Auch die vier Sätze der Suite von Melchior Franck bewiesen die hohe Fertigkeit und Ausdrucksfähigkeit der vier Musiker. Bei Musikern aus Leipzig muss Bach auf dem Programm stehen, bemerkte Jörg Fischer und deutete an, dass der große Meister die Trompeten wesentlich häufiger einzusetzen pflegte, was den Posaunisten mehr Gelegenheit zu Extratouren   —   zum Beispiel nach Altdorf und Rottweil   —   gab.
Das man die "Air" auch auf der Posaune spielen kann, wer hätte das angezweifelt? Die Melodie klingt halt immer gut. Da war das Bewältigen der Fuge in G-Moll schon schwieriger, muss man doch bei den vielen schnellen Läufen einerseits den Ton einmal per Zug bestimmen und dann noch per Atemluft herstellen. Da war dann auch zu hören, wie schwierig es ist, das Instrument in allen seinen Spielarten zu beherrschen. Bruckner und eine wunderschön anzuhörende Umsetzung seiner Kompositionen für Männerchor beendete den ersten Teil.
Nach der Pause, in der die Musiker für Fragen und Diskussionen zur Verfügung standen, ging es mit einer für Posaunen geschriebenen Komposition des polnischen Zeitgenossen Kasimierz Serocki weiter. Die ganze Bandbreite der Instrumente wurde hier deutlich, ebenso wie die souveräne Beherrschung derselben durch das Quartett. Eine weitere Original-Komposition des WDR-Posaunisten Ingo Luis   —   "Tanz des Nilpferdes mit dem Walross"   —   führte mit ihren witzigen, jazzigen Passagen über zu den allbekannten Klängen von Irving Berlin und George Gershwin. Fetzig, witzig und brillant gespielt von den vier Virtuosen. Das begeisterte Publikum erklatschte sich noch zwei Zugaben. "Mr. Sandman" bildete den Abschluss der gelungenen, anregenden, gut besuchten Veranstaltung der Kulturinitiative Altdorf.
Anna J. Deylitz"


>> Zurück zur Liste der früheren Veranstaltungen <<