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Das alte Schulhaus in Altdorf
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Pressestimmen: Konzert mit der A cappella-Gruppe "Kabinett" am 15.01.2005
Presseerklärung (zum Programm)  —  "Manneswahn
Wildester Liebhaber, karrieregeilstes Arbeitstier, tapferster Patient, treusorgendster Familienvater, edelster Freund, trinkfreudigster Kumpel. Der Spagat, den Mann zu machen hat, kann ihn nur zerreißen und muss ihn zwangsläufig in einen Zustand zwischen Hypochondrie und Wahnsinn treiben. Kabinett sucht verzweifelt die Rettung im Einzelgespräch, Stuhlkreis und Chorgesang. Männergesang als Notoperation aus einer schier ausufernden Situation. Ein schmerzhafter Prozess, vor allem für das Zwerchfell des Publikums. A-cappella pur ist das Therapeutikum der Sänger aus Karlsruhe. Renaissance, Pop, Schlager   —   keine Zeit, kein Stil wird ausgelassen, um in feinstem Ensembleklang und reinster Intonation die Männerseele zu heilen. Außergewöhnliche Stimmen vom schwärzesten Bass bis zum überhöhten Tenor zeigen den einzigen Weg in einer wahnwitzigen Welt des Männergesangs a-cappella."
Kreiszeitung Böblingen (17.01.05)  —  "Mit vielen Schubiduhs und Dududus durchs Chorprogramm
Altdorf - Einen gelungenen und höchst vergnüglichen Abend bescherte die junge Kulturinitiative Altdorf ihren Besuchern in der voll besetzten Turn und Festhalle.
Man hatte das Karlsruher Männer-Oktett "Kabinett a Capella" für diesen Abend gewonnen und damit einen sehr guten Griff getan. Dieser Kammerchor, dereinst an der Uni Karlsruhe entstanden und sogar mit Wettbewerbspreisen dekoriert, besteht nunmehr fast zur Gänze aus gestandenen Akademikern (ein Studi ist noch dabei) und hat sich ein ebenso eigenwilliges wie anspruchsvolles Programm zusammengestellt. Von der Renaissance geht es über die klassische Moderne mit einem wunderbar gesungenen Elgar zu den Zwanzigern in der Tradition der Comedian Harmonists und in die Jetztzeit.
Mit ihren ungewöhnlich hohen Tenören, die manchmal an die Countertenöre der Kings Singers erinnern, und den fast schon schwarzen Bässen haben sie einen ungewöhnlichen Stimmumfang, den sie in den zahlreichen offenbar selbst geschriebenen Arrangements auch ausgiebig nutzen (Wunderschön und höchst witzig die Modulationen in der "Isabella von Kastilien"). Das übrigens zeichnet dieses Oktett auch aus:
Sie singen nicht permanent irgendeinem Vorbild hinterher, sie zeigen eine ungewöhnliche Vielseitigkeit und es gelingt ihnen trotz dieser Mischung ein einheitlicher Eindruck, sie kokettieren nicht mit dem Publikum, obwohl sie es kurz einbeziehen, sie biedern sich nicht an, sondern singen ihren eher sperrig klingenden Elgar mit ebensolcher Bravour wie "Yesterday" oder das zu schlürfende Badewasser (übrigens mit hübschen Text-Modernisierungen), und sie stellen die klassischen Sätze der Männergesangvereine ("In einem kühlen Grunde") ungeniert und gekonnt neben die amerikanischen Balladen von den Arbeitern im Kohlebergbau ("16 tons"). Das macht ihnen so schnell keiner nach.
Ihr Rahmenprogramm, die Männer-Selbsterfahrungsgruppe, nutzen sie zu allerlei Schabernack, mal mehr und mal weniger professionell, zu gegenseitigen Umarmungen und Tröstungen, aber ebenso ungeniert auch zu Beifall, wenn ein Solo mal wieder besonders gelungen ist. Und auch das ist anders bei diesem Oktett, das sich eigentlich gar nicht a capella nennen dürfte: Neben den zahlreichen Arrangements für acht Männerstimmen nämlich erlauben sie sich ausgiebig auch solistische Eskapaden und bei diesen gibt der Restchor dann gekonnt und mit vielen Schubiduhs, Dudududus und ähnlichem genau das, was ihnen ansonsten bei a capella fehlt - nämlich die musikalische Begleitung.
Eine schöne Wiederbegegnung gibt es mit den seltener gehörten Songs der Zwanziger, zum Beispiel der "Ägytischen Krokodilbar" oder eben auch der "Isabella von Kastilien", und die "Good Vibrations" übrigens auch in der Kurzform von der Homepage zu hören, klingen fast besser als das Original von den Beach Boys.
Man kann den Machern der Kulturinitiative Altdorf nur wünschen, dass es ihnen gelingen mag, ihre Abende auch in Zukunft so publikumswirksam, anspruchsvoll und unterhaltend gleichermaßen zu gestalten!"


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